In 10 Schritten: Installationsanleitung Google Analytics für Onlineshops

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Diese Checkliste beinhaltet alle Punkte/Schritte, die man bei der Implementierung des Google Analytics Tracking Codes (GATC) und der Einrichtung des eCommerce-Trackings in einem Onlineshop beachten sollte. Insgesamt werden hier die 10 wichtigsten Punkte für das Tracking von Umsätzen und Zielen ausführlich erklärt. Am besten lässt sich diese Liste als ein Installations-Framework nutzen, dadurch kann fehlerfreies Implementieren garantiert werden. Auch die Vollständigkeit der gesammelten Daten wird durch die richtigen Einstellungen gewährleistet.

1. Konto erstellen: Als erste Maßnahmen müssen Sie natürlich ein neues Konto für Ihren Onlineshop erstellen. Bitte benutzen Sie immer andere Konten für neue Projekte. Später haben Sie die Möglichkeit, einzelne Profile mit verschiedenen Segmenten zu erstellen. Wichtig ist, dass ein Profil immer saubere und unveränderte Daten enthält, daher ist eine Anwendung von Filtern nur auf anderen/zusätzlichen Profilen empfehlenswert. Außerdem ist die Auswahl zwischen https:// und http:// sehr wichtig. Sie müssen sich im Klaren sein, ob der Shop über eine verschlüsselte oder eine unverschlüsselte Verbindung aufgerufen werden kann. Im Normalfall werden die Onlineshops über http:// aufgerufen, sobald jedoch der Kunde zum Warenkorb wechselt, schaltet sich automatisch die sichere Verbindung https:// ein.

konto erstellen

2. Richtige Zeitzone auswählen: Diese Einstellung ist sehr wichtig für die spätere Analyse von Umsatzzahlen, AdWords-Kosten und sonstigen wichtigen Kennzahlen in Ihrem Account. Google Analytics bietet hier nur eine Zeitzone zur Auswahl an. Diese Zeitzone sollte am besten mit der Zeitzone in Ihrem Google Adwords-Account übereinstimmen. Alle international tätigen Onlineshops müssen für jeden weiteren Markt ein eigenes Google Analytics-Konto/Profil erstellen, damit dort die Daten richtig übergeben werden können. Wählen Sie hier Deutschland aus, als Standardeinstellung wird (MGZ+01:00) Berlin angezeigt. Wenn Sie jedoch eine zweite Zeitzone wählen wollen, müssen Sie ein weiteres Konto oder Profil erstellen und den Tracking-Code modifiziert auf der Seite einbinden.

Zeitzone einstellen

3. Tracking-Code einfügen: Der Google Analytics Tracking Code muss lediglich im Head-Bereich Ihres Onlineshops eingebunden werden. Sie kopieren den Tracking-Code und fügen diesen dort ein. Falls Sie nicht wissen, wie man diesen Code einbinden soll, fragen Sie am besten bei Ihrem IT-Experten nach. Die Implementierung des Tracking-Codes zählt zu den Critical Success Factors (CSF). Das bedeutet, wenn hier etwas schief laufen sollte, dann werden Sie keine aussagekräftigen Daten für die Analyse bekommen können. Bei einem Onlineshop müssen die Codes dazu zusätzlich modifiziert oder aus dem Backend-Bereich angepasst werden, dies wird dann im Schritt 10 ausführlich erklärt.

eCommerce-Tracking Code

4. Tracking-Code überprüfen: Nachdem Sie den Tracking-Code in Ihrem Onlineshop eingebunden haben, müssen Sie nun die Installation testen und schauen, ob alle Daten korrekt aufgezeichnet werden. Hierfür gibt es eine sehr einfache Möglichkeit, die von Google Analytics angeboten wird. Sie wechseln in den Tab “Startseite” und navigieren zum Echtzeit-Modus. Nun müssten Sie hier einige aktive Besucher auf der Webseite sehen. Falls noch keine Besucher Ihre Seite besuchen, dann rufen Sie die URL-Adresse in Ihrem Browser auf und besuchen selbst Ihren Onlineshop, spätestens dann sollten die Daten aufgezeichnet werden. Falls Sie hier keine aktiven Besucher sehen, dann ist wohl die Installation des Google Analytics Tracking Codes schief gelaufen. Zu diesem Zweck haben Sie zwei Tools, die Sie bei der Analyse einsetzen können. Diese wären der Google Chrome Debugger oder der Charles Web Proxy Debugger!

5. AdWords-Tracking aktivieren: Im gleichen Fenster mit dem Google Analytics Tracking Code befindet sich auf der rechten Seite ein Button für die Aktivierung der AdWords-Kampagnen. Es ist wichtig, dass Sie diesen Button aktivieren, damit die Kosten, Impressionen und alle weiteren wichtigen Metriken (Kennzahlen) aus AdWords automatisch ins Google Analytics übergeben werden. Neben den ganzen AdWords-Werten bekommen Sie bei Google Analytics das Return-on-Investment Ihrer Werbekampagne in Prozent dargestellt, natürlich fehlen hier noch die restlichen Kosten, die beim Verkaufen entstehen können. Diese Werte reichen aber bereits für die erste Profitabilitätsanalyse. Mit diesen Werten können Sie Ihre Kampagnen optimieren und den Umsatz im Onlineshop noch weiter nach oben treiben. Vergessen Sie nicht das Tracking auch bei Google AdWords unter Mein Account, Tracking und Auto-Tagging zu aktivieren. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, direkten Zugriff auf das Analytics-Konto aus der AdWords-Oberfläche freizuschalten, diesen Zugriff können Sie unter Tools und Analysen einrichten.

6. eCommerce-Tracking aktivieren: Nachdem alle anderen Einstellungen aktiviert sind, muss auch noch das eigentliche eCommerce-Tracking aktiviert werden. Diese Auswahl ist bei Analytics optional und kann sogar bei normalen Webseiten aktiviert und mit einigen Tricks erfolgreich eingesetzt werden. Wählen Sie aus dem Dropdown-Menü “Ja, eine E-Commerce-Webseite” aus. Nach dieser Aktivierung ist Google Analytics nun bereit, die eCommerce-Tracking-Daten zu empfangen und in den Standardberichten auszuwerten. Die Umsatzzahlen aus den eCommerce-Standardberichten werden automatisch mit den Kosten bei AdWords verglichen. Aufgrund dessen wird dann zum Beispiel das Return on Investment mit folgenden Formel errechnet: (Umsatz-Kosten) / Kosten = ROI.

eCommerce-Tracking

7. Richtige Währung auswählen: Neben eCommerce-Tracking müssen Sie eine weitere wichtige Auswahl mit der Aktivierung der Währung wählen. Es ist sehr wichtig, die richtige Währung im Account einzustellen, da sonst die Daten eine Abweichung aufgrund von Wechselkursdifferenzen haben werden. Die Währung bei eCommerce sollte die gleiche sein wie die Währung bei Google AdWords. Falls Sie einen multilingualen Shop haben und mehrere Sprachen und Währungen für die Kunden anbieten, ist es notwendig, ein weiteres Profil zu erstellen. Sie können mehrere Profile erstellen und dort dann die Währungen, Sprachen und eCommerce-Daten voneinander trennen. Die einzelnen Tracking-Codes müssen natürlich auf der Seite fehlerfrei eingebunden werden. Für das Testen können Sie die beiden Tools aus dem Punkt 4 verwenden.

Währung

8. Site Search-Tracking aktivieren: Site Search-Tracking ist eine interessante Funktion für die Auswertung des Suchverhaltens auf der eigenen Webseite. Mit dieser Funktion können Sie alle möglichen Daten, welche von Ihren Kunden im Suchfenster eingegeben werden, sammeln und auswerten. Man kann schon sagen, dass diese Funktion manchmal als ein Marktforschungsinstrumment eingesetzt werden kann. Sie können schnell und problemlos alle Suchanfragen abgreifen und mit den diversen Google Analytics-Metriken miteinander vergleichen, kombinieren und segmentieren. Mit der Suchfunktion können Sie sogar Ihr Sortiment optimieren und eventuell bei hoher Nachfrage um weitere Produkte im Sortiment erweitern. Nutzen Sie diese Funktion und lernen Sie Ihre Kunden besser kennen.

Site-Search

9. Ziele & Trichter-Visualisierung einrichten: Bei Google Analytics stehen insgesamt vier verschiedene Zieltypen zur Auswahl. Der erste und wichtigste Zieltyp ist das “URL-Ziel”. Damit ist es möglich, die sogenannte Trichter-Visualisierung für die Bestellanalyse zu aktivieren. Als Ziel-URL muss hier in der Regel die Bestellabschlussseite eingegeben werden, bei der Keyword-Option kann der voreingestellte Wert “Genau passend” stehen bleiben. Alle Ziele können mit einem passenden Wert versehen werden. Bei einem Onlineshop sollte man diesen Wert leer lassen, da sonst die Berechnung für bestimmte Metriken später etwas abweichen kann. Mit einem Klick auf den Button “Trichter verwenden” wird ein weiterer Schritt für den Trichter-Prozess hinzugefügt. Die Schritte im Trichter können beliebig erweitert werden, somit können sogar komplexe Formulare mit der Trichter-Visualisierung getrackt werden.

Ziele und Trichter-Visualisierung

10. eCommerce-Tracking im Shop aktivieren: Nachdem alle 9 Schritte erfolgreich ausgeführt wurden, muss nur noch das sogenannte eCommerce-Tracking auch im Shop aktiviert bzw. als Tracking-Code eingebaut werden. Je nachdem, welches System verwendet wird, gibt es einige Tricks für die Aktivierung des Tracking-Codes. Am einfachsten gestaltet sich die Aktivierung des Codes bei Magento, hier muss man lediglich das Google Analytics aus dem Backend aktivieren und die Kundenkontonummer in das entsprechende Feld eintragen. Bei anderen Shopsystemen sollten Sie sich als Shopbetreiber nach einem passenden Modul umschauen, meistens gibt es bereits vorgefertigte Plug-ins, die innerhalb von Sekunden aktiviert werden können.

Magento Google Analytics

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Autor: Dimitri Tarasowski

Dimitri Tarasowski

Dimitri Tarasowski studierte an der Heilbronn University und an der USC (Australien) das Fach International Business mit dem Schwerpunkt auf Strategic Marketing. Seit 2006 arbeitet er als unabhängiger SEO Berater für KMU's aus dem süddeutschen Raum. Seit 2007 beschäftigt er sich verstärkt mit Web Analytics und Change Management. Folgen Sie ihm unter @tarasowski und Google+.

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